Höhen und Tiefen: meine Schullaufbahn

Hallo meine Lieben!

Fast ein Jahr ist es jetzt her, dass ich einer Ausbildung zur Erzieherin begonnen und meinem Studium den Rücken gekehrt habe.

Aller Anfang ist schwer


Einmal auf Anfang: Damals wurde ich auf der Realschule eingeschult. Ich war immer eine durchschnittliche Schülerin. 2008 bin ich dann zusammen mit meinen Eltern und meinem Bruder nach Schleswig-Holstein gezogen. Derzeit befand ich mich in dem zweiten Halbjahr der neunten Klasse, welches ich nun auf der neuen noch fremden Schule weiterführte. Ich war 14 Jahre alt. Die Schule kam mir groß und fremd vor. Es fiel mir erst nicht leicht, mich in den Schulalltag zu integrieren. In meiner Klasse waren die meisten Schüler 2 Jahre älter als ich auch die Lehrer schienen nicht besonders große Interesse an mir zu haben. Ich fühlte mich nicht besonders wohl an der Schule. Schneller als ich dachte, lernte ich Freunde kennen und baute mir einen großen Freundeskreis auf. Leider blieb dabei die Schule etwas auf der Strecke liegen. Meine Eltern standen zum Glück immer hinter mir und bemerkten, dass es mir nicht sehr gut ging und ich nicht in die nächste Klassenstufe versetzt werde. Schnell schauten sie sich nach einer neuen Schule um, bei der ich mich gleich vorstellen durfte. Der Schulleiter war sehr nett und hatte Verständnis. Nach den Sommerferien ging es dann los! Zusammen mit einem Freund von mir, der ebenfalls von der selben Schule wechselte wie ich, kam ich in dieselbe Klasse. Wir freuten uns sehr darüber! Die Klasse war ganz anders. Viele Schüler waren jetzt genauso alt wie ich oder etwas jünger. Mir gefiel es an der Schule sehr gut und ich machte dort auch meinen Realschulabschluss.

Träume


Ein großer Traum von mir war zu dem Zeitpunkt, dass ich später Kommunikationsdesign studiere. Um dem Traum näher zu kommen, bewarb ich mich am Gymnasium. Ich wollte aber nicht an die Berufsschule, sondern auf das allgemeinbildende Gymnasium, wo auch mein Bruder und viele Freunde von mir waren. Ich bewarb mich für das gesellschaftswissenschaftliche Profil. Da ich Französisch auf der neuen Realschule abgewählt hatte, musste ich die 10. Klasse des Gymnasiums wiederholen. Ich war sehr enttäuscht, aber auch glücklich. Wieder eine neue Klasse. Diesmal waren die meisten der Schüler deutlich jünger als ich. Viele kannten meinen Bruder, der 2 Jahre jünger als ich, ist. Aber egal, dachte ich mir. Schlussendlich befand ich mich in der 12. Klasse im Ästhetischen Profil. Doch mittlerweile verlor ich immer mehr den Spaß an der Schule und arbeitete nebenbei lieber mehr. Ich wusste nicht mal mehr, ob ich überhaupt noch mein Abitur machen möchte. Meine Eltern und ich führten viele Gespräche, wie es mit mir und der Schule weitergehen soll. Ich schrieb einige Bewerbungen, doch da war auch nicht das richtige dabei. Kurz vor Ende des Schuljahres sagte meine Mutter zu mir, dass ich mich von der Schule abmelden soll. Ich meldete mich von der Schule ab und blieb eine Woche zu Hause. In der Zeit machte ich mir viele Gedanken, was ich nun machen könnte. Eines späten Abends bewarb ich mich bei einem Träger, der Plätze für Bundesfreiwilligendienste und das Freiwillige Soziale Jahr anbot. Ich bewarb ich bei einigen Stellen. Das Schuljahr war vorbei und 1 Woche nachdem die Sommerferien angefangen hatten, bekam ich die Zusage für ein Bundesfreiwilligendienst in einer Mutter-Kind-Einrichtung. Im August startete ich mit meinem Jahr. Ich zog dafür extra von Zuhause aus und zu meinem Freund. Das Jahr verging wie im Flug und ich stand vor einer neuen Herausforderung.

Was kommt dann?


Was nun? Durch das Jahr hatte ich jetzt meinen kompletten Fachhochschulabschluss, der mir erlaubte an Fachhochschulen zu studieren.  So bewarb ich mich an der Fachhochschule für den Studiengang Biotechnologie / Verfahrenstechnik und Lebensmitteltechnologie. Ich hatte mir bereits während des BFDs darüber Gedanken gemacht und mich dafür entschieden. Zwischendurch kam auch der Wunsch auf etwas Soziales zu studieren oder sogar eine Ausbildung zur Erzieherin zu machen.

Studium / Ausbildung


Ich habe genau 2 Semester studiert, jedoch schon nach dem ersten Semester gewusst, dass es nicht das richtige für mich ist. Noch im Januar 2015 bewarb ich mich für die Ausbildung zur Erzieherin. Da ich nach meinem BFD weiterhin in der Mutter-Kind-Einrichtung arbeitete, bekam ich immer mehr Gefallen an der Arbeit. Nach der Zusage für die Ausbildung war ich überglücklich und fieberte der Einschulung entgegen.

Bei der Ausbildung handelt es sich im eine schulische Ausbildung. Das bedeutet, ich gehe wieder ganz normal zur Schule. Die Ausbildung geht 3 Jahre und beinhaltet 3 Praktika, die im 1. und 2. Jahr jeweils 10 Wochen und im 3. Jahr 20 Wochen gehen. Inzwischen sind fast Sommerferien und das 1. Jahr ist geschafft! Ich bin mit meiner Entscheidung das Studium abzubrechen und die Ausbildung anzufangen super glücklich. In meiner Klasse fühle ich mich wohl und auch das System der Ausbildung gefällt mir sehr. Die Praktika müssen in mindestens zwei verschiedenen Bereichen absolviert werden und eins davon im Elementarbereich (Kindergarten). Mein erstes Praktikum habe ich im Kindergarten gemacht. Ich wusste von Anfang an, dass mir der Bereich nicht besonders gefällt und auch das Praktikum hat mir dies bestätigt. Trotz allem hat es mir Spaß gemacht und ich bewundere die Erzieher, die sich für den Kindergarten entschieden haben. Es ist wirklich sehr anstrengend.

Ich freue mich jetzt schon auf das zweite Jahr und das bevorstehende Praktikum. Ebenso spiele ich immer mehr mit dem Gedanken danach nochmal zu studieren. Eventuell Psychologie oder Soziale Arbeit. Das tolle an der Ausbildung ist nämlich, dass wir anschließend an jeder Universität studieren können. Zudem wurde die Ausbildung bei uns dem Bachelor gleichgestellt. So und nun mache ich mich noch an die letzten Arbeiten, die ich noch vor den Ferien abgeben muss. Ich wünsche euch noch einen schönen Tag!

Eins noch: Es ist nicht schlimm, wenn man Umwege geht. Dadurch sammelt ihr Erfahrungen und lernt euch besser kennen. Ich finde, es ist gar nicht so leicht sich für eine Ausbildung oder ein Studium zu entscheiden. Probiert etwas aus und wenn es nicht das ist, was euch glücklich macht, probiert etwas Neues. Lasst euch Zeit! Das Leben ist noch so lang. 

Wie verlief eure Schullaufbahn? Welchen Beruf übt ihr aus?

Unterschrift lilli

2 thoughts on “Höhen und Tiefen: meine Schullaufbahn

  1. Gerade lese ich, dass ja hier schon was über deine Laufbahn steht! 😉
    Ich finde es toll, dass du probierst und deine Eltern dich darin unterstützen! Ich hoffe ich schaffe das später bei meinen Jungs auch mal so!
    Ich selber bin als einzige von meinen Geschwistern nach der 10. Klasse ohne Abitur vom Gymnasium angegangen. Das habe ich nie bereut und meine Familie hat mich auch darin unterstützt. Schule war mit zu theoretisch und auf dem allgemeinbildenden Gymnasium auch recht fern von lebenspraktischen Dingen. Ich habe dann eine Ausbildung zur Krankenschwester gemacht und war damit glücklich. Im Moment bin ich Vollzeitmama und genieße es zu Hause zu sein und mir kreative Auszeit gönnen zu können. So habe ich auch mit dem Bloggen angefangen. Was die Zukunft so bringt? Keine Ahnung…. Arztpraxis? Ambulante Pflege? Stoffladen (mein Traum)? Ich lasse es auf mich zu kommen…
    Liebe Grüße Julia
    P.S. Ich mag deine Art zu bloggen sehr, sonst hätte ich wohl nicht gleich so viel persönliches in die Kommentare geschrieben! 😉

    1. Liebe Julia,
      vielen lieben Dank! Es ist auch sehr hilfreich, um sich selbst besser kennen lernen zu können. Ich finde, man hat gerade im Alter zwischen 20 und 30 noch so viel Zeit sich auszuprobieren. Schließlich muss man irgendwann noch lange genug arbeiten! Das wirst du sicher bei deinen Jungs auch schaffen! 🙂
      Das was du auf dem Gymnasium erfahren hast, kommt mir bekannt vor. Interessant! Bin gespannt, wie es in der Zukunft bei dir weitergeht. Und wenn der Stoffladen dein Traum ist, warum nicht? (Der Spruch auf dem Bild passt da ein wenig! 😉 ) Sag bescheid, wenn es soweit ist, dann werde ich meiner Stoffliebe nachgehen! 🙂
      Liebe Grüße, Lilli
      P.S. Vielen lieben Dank! Das freut mich wirklich sehr! Schön, so auch viel über den anderen zu erfahren! 🙂

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